African Union
- Julia Biesel
- 24. Mai 2023
- 2 Min. Lesezeit
Afrika ist kein Land
Diesem vielfältigen Kontinent, mit seinen insgesamt 55 Ländern, werden seither Stereotypen auferlegt und zu oft die Relevanz abgesprochen. Dabei spielt das moderne Afrika sowie die Fähigkeiten und Potenziale der Menschen eine wichtige Rolle, für die globale nachhaltige Entwicklung. Das vereinte Afrika dabei unbeachtet zu lassen, wäre ein großer Fehler.
Hintergrund
Bereits im Jahr 1963 (am 25.05.) wurde „The Organisation of African Unity“ (OAU) von 32 unabhängigen afrikanischen Staaten gegründet, mit der panafrikanischen Vision eines einheitlichen, freien und selbstbestimmten Afrikas.
Die Ziele waren Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für afrikanische Völker. Der Fokus wurde auf den Kampf gegen die Apartheid und die Unabhängigkeit des Kontinents gelegt.
Dabei sollten vor allem die Verständigung und die Zusammenarbeit der Länder Afrikas gefördert werden.

African Union
Im Jahr 2002 beschlossen die afrikanischen Staats- und Regierungschefs, die OAU zu reformieren. Um Afrikas Potenzial zu verwirklichen, sei es notwendig, den Fokus der Arbeit von der Dekolonialisierung und Kampf gegen die Apartheid, auf eine verstärkte Zusammenarbeit und Integration der afrikanischen Staaten zu lenken. Der Konsens war der Beschluss über die Gründung der African Union (AU) im Juli 2002, von 53 afrikanischen Ländern (mittlerweile umfasst die AU mit 55 Mitgliedsstaaten den gesamten Kontinent). Das Ziel ist das Wachstum Afrikas und der Antrieb der wirtschaftlichen Entwicklung.
Agenda 2063 – The africa we want
Das Herzstück der Arbeit der afrikanischen Union ist die Agenda 2063.
Das Ziel dieser Agenda ist es, Afrika als unabhängigen und dominanten Akteur in globalen Partnerschaften zu positionieren. Afrika möchte ein globaler Wettstreiter und Vorreiter bei der technologischen Infrastruktur werden.
Die Entstehung der Agenda 2063 basiert auf der strategischen Umstrukturierung der Arbeit der afrikanischen Staats- und Regierungschefs.

Bis zur Verabschiedung der Agenda 2063 im Jahr 2013 hatte sich der Vorläufer der AU – die OAU – auf den Kampf gegen die Apartheid und die Unabhängigkeit des Kontinents fokussiert. Mit der Agenda 2063 werden neue Prioritäten gesetzt und eine inklusive soziale und wirtschaftliche Entwicklung in den Fokus gestellt. Dabei sollen eine demokratische Regierungsführung sowie Frieden und Sicherheit dem Vorrang eingeräumt werden, um Afrika zu einem dominanten Akteur auf der globalen Bühne zu machen.
Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Zeitraum von 50 Jahren gewählt. Die Umstrukturierung dieser Arbeit ist wichtig, da sich aufgrund struktureller Veränderungen (z.B. Globalisierung oder die IKT-Revolution) neue Potenziale bieten, die einheitlich genutzt werden sollen.
Leitprojekte
Die Agenda 2063 enthält wichtige Leitprogramme, die Afrikas Wirtschaftswachstum und Entwicklung ankurbeln sollen.
Diese Leitprojekte umfassen unter anderem die Bereiche Infrastruktur, Bildung, Wissenschaft, Technologie, Kunst & Kultur sowie Initiativen zur Sicherung des Friedens auf dem Kontinent.
Integriertes High Speed Train Netzwek

Das Ziel dieses Projektes ist es, alle afrikanischen Hauptstädte und wichtige Handelszentren durch ein afrikanisches Hochgeschwindigkeitszugnetz zu verbinden und so den Transport von Waren, Dienstleistungen und Menschen zu verbessern. Weiterhin sollen durch die bessere Anbindung an das Schienennetz auch Transportkosten gesenkt werden.
Gemeinschaftliche Strategie für afrikanische Grundstoffe

Die Entwicklung einer gemeinschaftlichen und einheitlichen Rohfstoffstrategie gilt als Schlüssel für den afrikanischen Kontinent, auf dem Weg zu einem dominanten und unabhängigen Akteur in den globalen Partnerschaften. Durch diese Strategie sollen Mehrwerte generiert werden, um höhere Erträge aus den afrikanischen Rohstoffen zu erzielen. Dabei soll Afrika als Kontinent nicht nur ein reiner Rohstofflieferant für den Rest der Welt sein, sondern auch die eigenen Ressourcen aktiv und besser nutzen, um die eigene wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten.
Gründung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (Afcfta)

Dieses Programm verfolgt den Zweck, den innerafrikanische Handel und die Handelsposition Afrikas auf dem Weltmarkt zu stärken. Die afrikanische kontinentale Freihandelszone AfCFTA zielt darauf ab, das Wachstum des innerafrikanischen Handels deutlich zu beschleunigen und den Handel effektiver als Motor für Wachstum und nachhaltige Entwicklung zu nutzen.
Der afrikanische Pass und die Bewegungsfreiheit von Menschen auf dem afrikanischen Kontinent

In der europäischen Union erleben bereits viele Menschen die Vorteile, sich uneingeschränkt innerhalb der EU zu bewegen. Auch die AU verfolgt das Ziel, mit diesem Leitprojekt. Es soll freies reisen, arbeiten und leben für die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent ermöglichen. Die Initiative zielt darauf ab, die Gesetze zu ändern, die trotz politischer Zusagen zum Abbau der Grenzen, die Bewegungsfreiheit von Menschen generell einschränken. Unter anderem soll die Ausstellung von Visa durch die Mitgliedstaaten gefördert werden.
Grand Inga Dam Project

Das Projekt ist ein großer Beitrag Afrika von traditionellen auf moderne Energiequellen umzustellen. Durch den Inga-Staudamm im Kongo sollen 43 200 MW Strom erzeugt werden, um die derzeitigen regionalen Strompools zu unterstützen.
Gründung eines einheitlichen afrikanischen Air-Transport Market (Saatm)

Das SAATM zielt darauf ab, die intraregionale Konnektivität zwischen den Hauptstädten Afrikas zu gewährleisten und einen einheitlichen Luftverkehrsmarkt in Afrika zu schaffen. Mit dem Zweck, die wirtschaftliche Integration und das Wachstum des Kontinents voranzutreiben. Das SAATM sieht die vollständige Liberalisierung des innerafrikanischen Luftverkehrs in Bezug auf den Marktzugang und die Verkehrsrechte für den Linien- und Frachtverkehr durch die in Frage kommenden Luftfahrtunternehmen vor. Dadurch soll die Konnektivität des Luftverkehrs und die Effizienz der Luftfahrtunternehmen verbessern.
Gründung eines jährlichen afrikanischen Wirtschaftsforums

Das jährlich stattfindende Afrikanische Wirtschaftsforum ist ein Stakeholder Treffen, bei dem die politische Führung Afrikas, der Privatsektor, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft zusammenkommen, um sich über die Beschleunigung der wirtschaftlichen Transformation Afrikas und die Nutzung der enormen Ressourcen auszutauschen. In diesem Zusammenhang werden Maßnahmen für die Erfüllung der Agenda 2063 verabschiedet.
Gründung der Afrikanischen Finanzinstitution

Die Gründung kontinentaler afrikanischer Finanzinstitutionen zielt darauf ab, die Integration und die sozioökonomische Entwicklung des Kontinents durch die Einrichtung von Organisationen zu beschleunigen, die eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung von Ressourcen und der Verwaltung des afrikanischen Finanzsektors spielen werden. Die zur Förderung der wirtschaftlichen Integration vorgesehenen Finanzinstitutionen sind die Afrikanische Investitionsbank und die Panafrikanische Börse, der Afrikanische Währungsfonds und die Afrikanische Zentralbank.
Das Pan-Afrikanische E-Network

Ziel ist es, Politiken und Strategien zu entwickeln, die zu transformativen E-Diensten führen. Insbesondere die innerafrikanischen Breitbandinfrastruktur und Cybersicherheit stehen dabei im Fokus. Die technologischen Potenziale in diesem Bereich sollen genutzt werden, um Afrika in eine vollständig elektrifizierte Gesellschaft zu transformieren.
Afrikas Weltraumstrategie

Der Weltraum ist für die Entwicklung Afrikas in allen Bereichen von entscheidender Bedeutung: Landwirtschaft, Katastrophenmanagement, Klimavorhersage, Banken und Finanzen sowie Verteidigung und Sicherheit. Der Zugang Afrikas zu diesen Technologien soll beschleunigt werden. Neue Entwicklungen in der Satellitentechnologie machen diese für afrikanische Länder zugänglich, und es bedarf geeigneter politischer Maßnahmen und Strategien, um einen regionalen Markt in Afrika zu entwickeln.
Afrikas virtuelle Universität und E-University

Dieses Projekt zielt darauf ab, IKT-gestützte Programme zu nutzen, um den Zugang zu Bildung und Weiterbildung in Afrika zu verbessern. Dabei soll eine große Zahl von Studierenden und Fachkräften an mehreren Standorten gleichzeitig erreicht werden. Das Programm zielt darauf ab, relevante und qualitativ hochwertige Ressourcen für offenes Lernen, Fernunterricht und eLearning zu entwickeln, um den Studierenden einen garantierten Zugang zur Universität von jedem Ort der Welt und zu jeder Zeit (24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche) zu ermöglichen.
Cyber Security

Die Entscheidung, Cybersicherheit als Leitprogramm in die Agenda 2063 aufzunehmen, ist ein klarer Hinweis darauf, dass Afrika nicht nur die raschen Veränderungen durch neue Technologien in seine Entwicklungspläne einbeziehen möchte, sondern auch sicherstellen muss, dass diese Technologien zum Nutzen afrikanischer Einzelpersonen, Institutionen oder einzelnen Staaten eingesetzt werden. Dabei sollen der Datenschutz und die Sicherheit im Internet gewährleistet sein.
Quellen:
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Die Agenda 2063 finde ich sehr interessant und spannend! Kaum einer hier in Deutschland weiß z. B. , dass Kenia einen globalen Spitzenplatz bei erneuerbaren Energien einnimmt! Das Land gewinnt bereits 90% seiner Energie aus erneuerbaren Quellen!!!!
Wer lernt nun bei wem??
Ich freu mich auf weitere spannende Blogeinträge.
Martina